MdW KW10 – Golf VII

Mietwagen der Woche – KW10

„Der neue“ Golf VII TDI

Erneut ein VW Golf. Der „Neue Golf“, also ein Golf VII, mit 2300 km gefahrenen Kilometern. Optisch keinerlei Macken von den vorherigen Mietern. Laut VW Homepage hat der Golf 7 standardmäßig „Bluemotion“ Technologie, also besonders spritsparend soll das neue Modell sein. Diesen Golf hatte ich ganze drei Tage und nicht nur zwei, wie sonst üblich.

Der von mir letzte Woche gefahren Golf Variant TDI war noch ein Golf VI. Auch wenn Kombi- und Kompaktauto nicht 100% vergleichbar sind, so kann man dennoch einiges vergleichen.

Ganz ehrlich vorneweg, diesen Golf würde ich nicht kaufen wollen. Nicht einmal geschenkt möchte ich den haben. Warum? Dazu kommen wir etwas weiter unten 🙂

Was hat der Golf denn alles, Daten und so:

Ausstattungsvariante: „Comfortline“
Leistungsdaten: 110KW = 150 PS bei 2,0l Hubraum, Turbodiesel mit 6-gang Schaltung, 4türige Ausführung.
Listenpreis laut VW Homepage: 26.175,00 Euro.

Bei der von mir gefahrenen Ausstattungsvariante „Comfortline“ war einiges vorhanden und doch vermisste ich einige Dinge. Der Golf VII hatte nette Spielereien wie ein Navigationssysten, elektrische Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaanlage, CD MP3 Radio (mit USB und SD-Kartenslots), Sitzheizung für Fahrer & Beifahrer, einen „Müdigkeitssensor“ und Parksensoren vorne und hinten.

Vermisst habe ich ein Multifunktionslenkrad, denn die ganzen Funktionen alleinig über den eingebauten Touchscreen zu steuern, gestaltete sich umständlich, wenig intuitiv und eher nervig. Meiner Meinung nach ist z.B.: das simple Wechseln eines Radiosenders, während der Fahrt, fast Lebensgefährlich!

Warum finde ich das so Gefährlich?
Es gibt halt keinerlei Hardwaretasten (Ausnahme: Lautstärke inkl. Ein-, Ausschalter), d.h. alles Wichtige wird via Touchscreen gesteuert und das benötigt viel zu viel Aufmerksamkeit während der Fahrt. Insbesondere, weil man die „Tasten“ auf dem Touchscreen recht genau treffen muss. Daher bin ich lieber auf einen Rastplatz, oder kurz neben an den Straßenrand gefahren, wenn ich mal etwas um- bzw. einstellen wollte.

Wie fährt er sich so?

Teils gut und doch es gibt Fahrsituationen, die, wie ich finde, schlecht zu handhaben sind.

Aber zuerst zur Bequemlichkeit: Die Sitze sind bequem, halten den Fahrer ordentlich und engen nicht ein. Auch das gute Raumgefühl, also das Gefühl dass man ordentlich Platz hat als Fahrer oder Beifahrer kann mit allen anderen Golf-Inkarnationen mithalten.

Gefühlt habe ich hier jedoch eine schlechtere Übersicht als beim Golf Variant von letzter Woche. Ohne Parksensoren vorne und hinten möchte ich den Golf VII nicht in eine Parklücke bringen. Die verbauten Sensoren und auch die optische Anzeige im Display dagegen finde ich super gelöst, besser als bei den Vorgängern. Der Golf VII ist gegenüber seinem Vorgänger in der Länge um 5,6 cm gewachsen.

Hört sich nach nicht viel an, jedoch sind es gefühlt diese 5,6 cm, die zu viel sind. Der Golf fühlt sich nicht mehr wie ein Kompaktauto an. Es ist größenmäßig herausgewachsen. Wenn ich den 7er Golf neben einem Skoda Octavia Kombi parke und beide beinahe gleich lang sind, dann ist das einfach „zu“ lang für ein Kompaktauto.

Diese Größe, so denke ich, bringt auch beim Fahren ein paar Probleme mit sich. Mit keinem anderen Golf bisher, hatte ich auf der Autobahn ein so unangenehmes Fahrgefühl. Beim Überholen eines LKW muss man bei leichtem Wind von der Seite nach dem Überholmanöver nachkorrigieren und das, obwohl meine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit ca.130-140 km/h betrug.

Was mir sehr heftig und negativ auffiel, war ein Vorfall beim Bremsen. Versteht mich nicht falsch, die Bremsen packen sehr gut zu.

Was war denn negativ?
Das Heck hat „nachgeschoben“. Ich musste bei 140 km/h etwas stärker bremsen und das war noch keine Vollbremsung! Dabei lenkte ich leicht nach links und spürte, wie das Heck nach rechts weg wollte. Das sollte nicht passieren, insbesondere da ich meine Geschwindigkeit „nur“ von 140 km/h auf ca. 90 – 95 km/h reduziert hatte. Hätte ich noch stärker gebremst oder gar eine Vollbremsung hingelegt, dann, so befürchte ich, wäre ich wohl ins Schleudern gekommen.

So etwas sollte bei einem modernen Auto nicht vorkommen und bei einem Golf ist mir dieses Verhalten absolut neu.

Mit seinen 110 kw / 150 ps ist der Golf VII mehr als ausreichend motorisiert. Ich habe es während der drei Tage einmal gewagt den Golf mal ganz auszufahren.  Auf der Autobahn schafft er laut Tacho 230 km/h. Ganz ehrlich ab 160 km/h beginnt es schon unangenehm zu werden. Selbst kleinere Seitenwinde müssen abgefangen werden und die Lautstärke im Innenraum ist ab 180 km/h zu laut.

Meist fuhr ich zwischen 100 km/h und 140 km/h. Und damit möchte ich dann auch zum Verbrauch kommen.

Was verbraucht der „Neue Golf“ denn so an Sprit?

Der Golf VII hat mir schon auf der ersten Fahrt einen Schrecken eingejagt. Die Tanknadel bewegte sich viel zu schnell. Jetzt weiß ich, nachdem ich auf der VW Homepage und in einem Wikipedia Artikel gelesen habe, dass der Golf VII einen 5 Liter kleineren Tank (Nur 50 l, anstelle 55l vorher) als der Vorgänger hat, warum das so ist.

Der Hersteller gibt den Verbrauch mit 4,1 l/100km an. Selbst nackig im BH würde der Golf VII das nie schaffen.

Ich musste zweimal tanken. Bei einer Mietdauer von drei Tagen, ist der Golf VII der allererste Diesel, den ich tatsächlich zweimal tanken „musste“.

Tankvorgang 1 am Ende des zweiten Tages:
gefahrene Kilometer: 413 km
getankt: 30,85 l

Verbrauch: 7,469 l / 100km

Tankvorgang 2 kurz vor Abgabe:
gefahrene Kilometer: 225 km
getankt: 16,21 l

Verbrauch: 7,204 l / 100km

Mal davon abgesehen, dass ich bei Dieselfahrzeugen extra zur Firma fahren muss um dort zu tanken (extra Kilometer und Zeitaufwand) ist dieser Verbrauch ziemlich hoch für ein Dieselauto. Ja, rein rechnerisch hätte der 50l Tank für alle drei Tage gereicht.

Jedoch, gerade weil man das Fahrzeug nicht gewohnt ist und am Ende des zweiten Tages die Tanknadel, gefühlt, nur noch ca. 25-30% Restinhalt anzeigte, ging ich lieber auf Nummer sicher und fuhr tanken.

Ein Wort noch!

Ich mag den Golf und bin selbst einige privat gefahren und hatte den Golf nicht nur bei meinem aktuellen Arbeitgeber als Mietwagen / Geschäftswagen. Der Golf VII mag zwar einige Innovationen in sich bergen, aber ehrlich… Es kann nicht sein, das ich mir die Vollausstattung kaufen muss, damit das Auto „normal“ fahrbar bleibt. Wie ich gelesen habe sind viele der Assistenzsysteme nur gegen Aufpreis, oder bei einer bestimmten Motorisierung zu haben.

Ein absolutes Unding, zumal ich finde, dass die Fahrsicherheit immer an erster Stelle stehen sollte, wenn man sich ein neues Auto kauft. Warum soll ich mir einen Golf VII kaufen, wenn der Vorgänger mehr Sicherheitssysteme standardmäßig drin hat, daher im Preis günstiger ist und vermutlich sogar gleich oder gar weniger Sprit verbraucht?

Anbei noch ein paar Bilder zu dem von mir gefahrenen Golf VII:

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Ein Kommentar zu MdW KW10 – Golf VII

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