Mein Umstieg auf Cyanogenmod 10.1.3 – Teil 1: Das Warum.

Warum bin ich überhaupt auf Cyanogenmod 10.1.3 umgestiegen?

Mein treues Samsung S3 hat mir lange, seit dem Erscheinungsdatum am Anfang Mai 2012, gut gedient. Es waren damals mehrere Faktoren, die mich zum Samsung S3 haben zugreifen lassen.

Wechselbarer Akku, der Speicher ist durch eine SD-Karte erweiterbar und ein subjektiv nicht zu stark mit einer Hersteller-UI entstelltes Android, in der damals aktuellsten Version Android 4.1.2 haben mich zum Samsung S3 greifen lassen.
Ich bin sehr lange beim Samsung Standard Rom geblieben und habe es lediglich gerootet, da ich eine Firewall und div. Backup Tools, wie z.B. Titanum Backup, nutze.

Warum also ein Custom Rom? Warum Cyanogenmod? Aber bevor ich dazu komme, was waren denn die Ursachen meiner Probleme mit der Standardsoftware des Samsung S3?

Wenn es mal wieder länger dauert! Oder der Tod ist vorprogrammiert?

In letzter Zeit hakte das Samsung S3 manchmal. Eigentlich hakte es schon viel länger aber es wurde immer schlimmer und trat gefühlt immer häufiger auf. Ich wusste nicht, ist die App abgestürzt oder ob mein S3 mal wieder länger brauchte. Hinzu kam, das bei jedem Mini-Update von Samsung sämtliche von mir ungewollten und ungeliebten „Standard-Apps“, wie z.B. Bild-App u.v.m., sich wieder neu installierten. Das nervte tierisch!

Auf dem Barcamp in Stuttgart 2013 erfuhr ich im Gespräch mit einem S3 Mitopfer, dass wohl bei einigen der S3 der Speicherchip defekt ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Chip wohl kaputt geht. Das nennt sich schönerweise „Insane Chip“ (Hier ein englischsprachiger Beitrag von Naldo Tech Blog)und Samsung hat das mit einem Softwarefix versucht zu reparieren.

Trotz dem eingspielten Update durch Samsung, spielte mein S3 also immer mehr verrückt, hakte und war für mich einfach nicht mehr das Premium Gerät, für das ich wirklich viel Kohle auf den Tisch geblättert hatte.

Aber Samsung hat doch viele tolle Apps, die mein „Benutzererlebnis“ verbessern?

Die ganzen speziellen Samsung Apps funktionierten, meiner Meinung/Erfahrung nach, eher schlecht als Recht. S-Voice ist ein Witz, wenn man Deutsch als Sprache verwendet und in Englisch ist es nicht besser als die Google eigene Spracherkennung. So oder so, mit Beiden ist es, meiner Meinung und Erfahrung nach, eher ein Krampf, wenn man auch nur eine SMS zu diktieren versucht. Selbst das Wecker stellen ist da ein Abenteuer und ca. 20 mal schneller per „Finger auf Touchscreen“ erledigt.
Ich habe des öfteren mal mit Spracherkennung herum gespielt und muss schon etwas neidisch zugeben, dass Apple, z.B.: beim iPhone, dies deutlich besser und vor allem Benutzbarer gelöst hat.

Social Tag
habe ich nie genutzt und der SmartAlarm brachte mir keinen richtigen Mehrwert, da die normalen Android Benachrichtigungen schon meine Bedürfnisse abdeckten.

AllSharePlay
und AllShareCast sind im Prinzip tolle Funktionen, bei denen Samsung jedoch wieder Sonderlocken gewachsen sind. Sprich, man versucht hier einen eigenen Weg zu gehen.
Ich konnte zwar Videos auf unseren Sony-TV Streamen, dennoch habe diese Funktionen aber letzten Endes so gut wie nie genutzt. Mittlererweile gibt es Miracast und WiDi, die diese Funktionalitäten in einem allgemein nutzbaren Standard abbilden.

S-Beam
, hierbei sollte man angeblich alles von einem Samsung zu einem anderen Samsung kopieren können. Via NFC „koppelt“ man beide Geräte und der Datentransfer wird über ein direkt aufgebautes WLAN durchgeführt. Auch hier ging Samsung wieder einen eigenen Weg um Android-Beam zu nutzen. Kontakte konnte ich damit gut tauschen, aber damit eine einzelne kleine PDF-Datei zu kopieren war ein langer Krampf, der dazu führte dass ich über Cloud-Lösungen, wie Dropbox oder OwnCloud, eine Datei anderen Personen deutlich schneller zur Verfügung stellen kann.

Ein Schelm, wer dabei Arges denkt…

Eigentlich ein Witz, dass ich eine Datei mal bildlich gesprochen „um die halbe Welt“ wegschicke via Internet, damit ein anderer Mensch, der vielleicht 60 cm von mir entfernt steht, „um die halbe Welt“ die Datei sich dann wieder holt…

Da könnte ja Google bei Android generell noch etwas tun, angefangen von einem eigenen Dateiexplorer, bis hin zur Möglichkeit schnell eine Datei von einem Gerät zu einem Anderen zu senden. Ich weiss natürlich, dass dies gar nicht von Google oder anderen Systemanbietern gewünscht ist! Denn so, würde eine Datei ja direkt von Device zu Device, also an den Clouds vorbei, wandern und „keiner“ könnte da reinkucken… *huch*, wie schlimm wäre das denn? Wie schon gesagt: „Ein Schelm, wer hier arges denkt“, gelle?

Weiter im Text…

Eine Funktion jedoch fand ich vom Prinzip her toll: SmartStay, hierbei nutzt das Handy die Frontkamera und lässt den Bildschirm so lange an, wie man auf ihn schaut. Soweit in der Theorie, bei mir hat das nie so richtig funktioniert. Vermutlich, weil ich eine Brille trage und die Kamera nicht so richtig meine Augen erfassen kann. Ich konnte mir nie 100%ig sicher sein, bleibt der Bildschirm nun an, oder nicht? Und ehrlich gesagt kann ich auf eine „russisches-Roulett Version“ von „Bleibt der scheiss Bildschirm nun an oder nicht“ verzichten.

Kleines Fazit der Samsung Apps

Es war so eine Krux mit den Samsung Apps, wenn Sie funktionierten, dann war es toll, aber man musste das S3 genau so wie von Samsung vorgesehen benutzen, selbst kleinste Eigenmächtigkeiten waren ein No-Go…
Hallo?

Ich benutze Android, weil ich ein offenes, individualisierbares System möchte, also ein System, dass ich meinem Arbeitsverhalten und -rhytmus nach nutzen kann.
Wenn ich mich verbiegen muss um Android zu nutzen, dann kann ich zu anderen properitären Systemen wechseln, die ihre „Benutzererlebnisse“ bereits besser im Griff haben.

Im Endeffekt habe ich seit vielen Monaten sämtliche Samsung Apps deaktiviert und damit war ich dann halbwegs zufrieden. Wären da nicht die Abstürze und Ruckler und anderes.

Nach einer Neuinstallation geht sicher alles wieder besser?

In vielen Foren wird ja gesagt, das man nach einem Update sein Gerät mal komplett löschen und neu aufsetzen sollte. „Wipen“ nennt man diesen Vorgang.

Trotz „Wipe“ und neu aufsetzen meines Android-Systems hatte das S3 mit der Standard Rom immer noch Hänger, Ruckler und ab und an mal einen ungewollten Neustart.

Testweise schaltete ich den Samsung Energiesparmodus aus. Die CPU vom S3 läuft im Energiesparmodus nämlich etwas gedrosselt. Anstelle der maximal möglichen 1400 MHz läuft das S3 dann nur maximal mit 1000 MHz.

Natürlich hat der Energiesparmodus noch andere Auswirkungen, z.B. Bildschirmhelligkeit usw. usf. aber 400 MHz mehr nutzbar und außerdem wollte ich ja testen, ob ich so den Hängern, Rucklern und gelegentlichen Neustarts damit beikommen könnte.

Leider war die Idee erfolglos und darüber hinaus war die Akkulaufzeit nun stark gesunken. Kam ich vorher stets auf ca. 1 Tag, so war hier nach 6-8 Stunden schluss. Ich habe ja natürlich Ersatzakkus zum auswechseln, aber mehrmals am Tag nervt natürlich auch. PLUS, Das S3 stürzte immer noch ab und an ab.

Warum nun ausgerechnet Cyanogenmod?

Es gibt dutzende Rom-Entwickler und alle verschiedenen Roms haben  das eine oder andere Killerfeature. Beim Cyanogenmod habe ich einige für mich tolle Features entdeckt.

Der Trebuchet Launcher z.b. finde ich super. Dieser Artikel von Androidnext hat mich überhaupt auf den Launcher vom Cyanogenmod gebracht. Ich kann eingegangene E-Mails und SMS direkt aus der Benachrichtigenleiste als gelesen markieren, ich habe mehrere Dock-Reihen für meine bevorzugten Apps zum schnellen zugriff, so das ich auf dem normalen Fenster mehr Platz für Widgets habe.

Cyanogenmod hat root eingebaut mit einer eigenen Verwaltung im System selbst. Ich brauche z.b. keine SuperSU App mehr, das ist im Rom integriert. Super, denn Apps, wie z.b. Watchever lite, die Root anhand der installierten SuperSU oder ähnl. App kontrolliert und dann den Dienst verweigern. Ja, Watchever funktioniert mit Cyanogenmod.

Bei Cyanogenmod kann ich auf die aktuellste Version verzichten und eine stabile (stable) funktionierende Version verwenden. Kein Gefrickel, oder Angst dass des öfteren Abstürze passieren, schließlich ist das ja der Hauptgrund, warum ich das Rom wechsle.

Cyanogenmod kommt dem nativen Vanilla Android sehr nahe, zumindest im Look und Feel, was mir persönlich sehr gefällt.

Andere Roms haben andere „Sonderlocken“ und Features. Natürlich muss jeder selbst sehen, welches Rom seine Wünsche und Bedürfnisse am besten abdeckt. Androidpit hat dafür einen sehr netten Artikel eingestellt.

Dieser Beitrag wurde unter Android, Technik und IT abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsabfrage zum Schutz vor automatisiertem Spam: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.