Neue Smartphones – der Bart (Hype) ist ab?

Warum ein neues Smartphone kaufen?

Diese Frage stellte ich mir in letzter Zeit häufiger.

Mein aktuelles S3 mit Cyanogenmod läuft stabil und zuverlässig. In Fakt deutlich besser als das Überladene Samsung TouchWiz…

Witzigerweise war TouchWiz früher mal relativ nah am „reinen“ Android dran. Die „gute alte Zeit“?

Dennoch, neu ist doch immer besser, oder?…

Was bringt mir ein neues Smartphone?

Ja, was bringt es mir? Neue Smartphones sind mit neueren CPU/GPU bestückt, die alles schneller machen sollen, als die alte Generation. Mehr Kerne, mehr Power, größere Displays und höhere Displayauflösungen. Fitnessaccessoirs wie div. Smartwatches und Armbänder sollen die ultimative Vernetzung meiner Person vervollständigen.

Sollen ist hier das wichtige Wort.

Was hätte ich denn tatsächlich an „MEHR“ mit einem neuen Smartphone? Vor allem, was würde ich überhaupt nutzen? Oder hätte ich sogar Nachteile beim Wechsel auf ein Neues? Welche wären das denn?

Neue Features!

Größeres Display und höhere Auflösung, yeah! Eines der ständigen Versprechen, die auch stets eingehalten und teilweise schon ein wenig obszön werden.

Dennoch, ein neues Smartphone wäre auch nur ein „leicht erneuerter“ Aufguss meines mittlererweile betagten S3. Mit einem neuen „Smartphone“ könnte ich nicht viel mehr anstellen als mit dem S3. Es wäre immer noch meine wichtige Kommunikationszentrale. Twitter, mobiles Internet, E-Mail, SMS, Threema und vieles mehr.

Natürlich würde ein neueres Modell ggf. ein wenig flotter arbeiten, jedoch habe ich die schlanke Art und vor allem die Anpassbarkeit eines beinahe unveränderten Androids, wie es mir Cyanogenmod bisher bietet zu schätzen gelernt. Möchte ich etwas anderes nutzen, als der Standard mir vorgibt, dann installiere ich nach, was ich verändern möchte.

Neuer Launcher? Kein Problem!
Alternative Tastatur mit anpassbarem Layout, auch hier gibt es einige Apps. Nahezu alles ist dutzendfach im mittlererweile sehr reichen App-Dschungel des Android Ökosystems angekommen.

Ich sehe auch Nachteile!

Ein neues Smartphone hätte auch Nachteile. Jeder der Hersteller bietet mir andere Nachteile. Seien es fest verbauten Akku (dank externer Batteriepacks nicht wirklich ein Dealbreaker), nicht erweiterbaren Speicher, ggf. fehlende Features (z.B. das Moto G hat kein NFC) oder gar mit Bloatware übersähten Hersteller-Androids.

Egal was für ein Gerät ich mir kaufe, es wird so oder so ein kleiner Kompromiss werden und im Endeffekt werde ich das Gerät vermutlich genauso nutzen, wie bisher.

Daher sagen wir es doch mal offen: Der Bart ist ab!

Wirklich neue Eigenschaften und nutzbringende Dinge sind von den „alteingesessenen“ Herstellern, wie Samsung, Apple usw. ja auch nicht mehr zu erwarten. Man setzt auf das bisher bewährte Erfolgsrezept und feuert nur noch „größer, dicker, besser, weiter, schneller…“ usw. usf.

Dabei sind die meisten Smartphones mittlererweile durchaus Leistungsfähig genug. Vielversprechende Projekte, die unsere Smartphone-Nutzung ggf. auf dem Kopf gestellt hätten sind eingestampft worden. (Ubuntu Smartphone, anyone?) und an wirklich neue Dinge wird nur sehr zaghaft herangegangen, da es sehr schwer für die Hersteller ist aus einer solchen Investition wirklich Profit zu schlagen.

Dabei muss ich sagen, das ich manche Gehversuche z. b. die Einbindung von Fitness / Gesundheit oder andere Aktivitäten, tlw. mit zusätzlicher Hardware in moderne Smartphones einzubauen durchaus für Innovativ halte. Aber dabei enstehen so viele Insellösungen und keine Standards, so das man als Kunde schon ziemlich stramm den vom jeweiligen Hersteller vorgegebenen Weg gehen muss.

Was wäre denn ein Ideales Smartphone?

Ein Ideales Smartphone gibt es nicht wirklich, da jeder etwas andere Vorstellungen davon hat. Aber träumen wir einfach mal ein bisschen.

Nehmen wir mal an, ein Hersteller würde EIN Smartphone mit absolut identischen Leistungsdaten in 2 Displaygrößen bauen. Nicht wie bisher, wo die Mini-Modelle meistens auch Leistungsmässig abgespeckter unterwegs sind.

Nehmen wir weiter mal an, ein Hersteller würde ALLE seine Herstellerspezifischen Apps in den Market laden. Ja, die Apps hätten als „Hardwarevoraussetzung“ eben genau das vom Hersteller gebaute Modell, jedoch kann das Smartphone so mit einem „unbelasteten“, schneller updatebarem und ganz normal modifizierbarem Standard-Android ausgeliefert werden.

Das hätte auch den Vorteil, das der Kunde immer die neueste Version der Hersteller-Apps installiert, da man heutzutage entweder die erste Zeit mit dem Updaten verbringt, oder im schlechteren Fall auf eine neue Firmware warten muss, bis man endlich eine neue App-Version bekommt.

Also stellt euch vor: 1 Smartphone mit festen technischen Daten, 1x mit 4,5 Zoll und 1x mit 5,5 Zoll Screen. Beide haben die gleiche Laufzeit, da der etwas größere Akku vom 5,5 Zoll Modell den höheren Energiebedarf des Displays kompensieren muss. Beide sind gleich schnell. Beide Modelle kommen mit einen fast reinen Android und der Möglichkeit über den Market alle „tollen“ Hersteller-Apps zu installieren.

Und da das Gerät nah am standard Android läuft, muss der Hersteller lediglich bei einem Update ggf. die Hardwaretreiber anpassen und kann so schneller das Udate ausrollen.

Totale Utopie und schlechte Träumerei, oder nicht? Zumindest sagt man mir das, wenn ich mit der Idee mal irgendwo aufwarte. Es ist nur so lange Träumerei bis es mal einer macht und Erfolgreich damit ist.

Pfft… so ein langer Artikel und ich weis immer noch nicht, ob ich ein neues Smartphone kaufen soll.

Nur aus „Langeweile“, oder weil es mal wieder „Zeit“ ist? Sicher nicht!

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